Gedankenexperiment: Eigener Todestag

Haben Sie sich schon mit dem (möglichen) Datum Ihre Todes (Todestag) befasst?”

Der eigene Geburtstag ist wichtig, nicht nur formell – kein Ausweis, kein Amtsbesuch ohne dessen Angabe – sondern auch emotional und sozial. Die wenigsten von uns vergessen diesen jedes Jahr auf ein Neues wahrzunehmen, diesen zu feiern und sich gratulieren zu lassen.

Wie indes sieht es mit unserem „Todestag“ aus?

Dieser wird auch einmal wichtig werden und dies ganz ohne unser hinzutun. Erneut wird es ein amtliches Datum und erneut auch eines für den engeren Familien- und Freundeskreis. Noch einige Jahre werden Familienmitglieder und Weggefährten – vielleicht sogar solange diese leben – anlässlich des Sterbetages an uns, den Verstorbenen, zurückdenken.

Inzwischen dringt die menschliche Neugierde und Fähigkeit, bis hin zur Entschlüsselung des Genoms und die vorgeburtliche Genomanalyse oder gar die Geschlechtsbestimmung des Fötus gehören zum Selbstverständnis unserer Zeit. Die allermeisten werdenden Eltern wissen um das Geschlecht des noch ungeborenen Kindes weit im Voraus zu dessen Geburt. Also bitte keine „Überraschungen“ bzw. Bereitschaft für ein ja nur befristetes „Geheimnis“ bis zum Geburtsdatum.

Wäre es demnach nicht ein Menschenfortschritt ersten Grades, wenn wir auch unser Sterbedatum im vorab ermittelt und auf Anfrage benannt werden könnte? Genetische Analyse, einige relevante Informationen zu den familiären und sozialen Verhältissen und etwas BIG-DATA. Das alles ginge schon ziemlich genau!

Man könnte diesen ja auch mit einer kleinen Andacht o.ä. begehen, die richtigen Farben wählen, sich einstellen….

Wenn solch ein Check des wahrscheinlichen Todestages angeboten würde, würden Sie auch – dem oben formulierten Beispiel unseres Wissensdranges folgend – auch dieses „Geheimnis“ lüften?

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