Autor: george

Übersterblichkeit zum Vierten

Wer weiß, wie viele Menschen allein in den Sommermonaten Juli und August dieses Jahres an Covid-19 in Deutschland verstorben sind? Es sind 5.941. Eine unfassbar große Zahl, die (erneut) weitgehend nicht zum Thema jeglicher Debatte in Gesellschaft, Politik oder Wissenschaft gemacht wurde. Und es lohnt sich, an die Schlagzeilen, Berichterstattungen und vermeintlichen Sorgen dieser Sommermonate […]

Wir liegen unter dem Fuße des Todes

von Wolfgang Beutin In früheren Jahrhunderten ängstigtete oft große Todesfurcht die Gemüter, weil die Menschen mit dem Tode das Gericht bevorstehend glaubten, welches die Seelen der Verstorbenen, falls sie nicht der himmlischen Sphäre zugeteilt wurden, in die Hölle versenkte. Mit dem Schwinden der Vorstellung von den zwei Sphären („Jenseitsregionen“) während der Neuzeit, wonach die Annahme […]

Klärungen, wenn das eigene Sterben absehbar wird

In einer Befragung aus dem Jahr 2018 zur Auseinandersetzung mit der Eigenen Endlichkeit wurde auch die Frage gestellt, was geklärt sein sollte, wenn das eigene Sterben absehbar geworden ist? Als Ergebnis zeigte sich, dass es ganz lebensnahe und praktische Dinge sind, wie insbesondere Klärung zum Erbe, die materiellen aber auch sozialen Versorgungen der Hinterbliebenen, Regelungen, […]

Eher ein ruhiger Übergang bei Bewusstsein als ein Todeskampf mit finaler Ohnmacht.

Die in der Versorgung Sterbender Arbeitenden aber auch die Psychologen (Thanatopsychologen) die sich mit dem Sterben des Menschen empirisch befassen, wissen es: für die allermeisten ist der Übergang von einem lebenden zu einem verstorbenen Menschen eher im Verlauf eines kontinuierlichen und kontrolliert verlaufenden, als ein disruptiver und unkontrollierbarer Prozess zu erwarten. Auch sind die allermeisten […]

Zum Mantra „What ever it takes“ und dessen Bezug zur Endlichkeit

Bereits vor dem Ausspruch des EZB Verantwortlichen 2012, war es weit verbreitete Mentalität Ziele, und dabei keinesfalls nur unternehmerische, unter angekündigtem Einsatz aller zur Verfügung stehenden Mittel erreichen zu wollen. Und so wurde, um im Bild zu bleiben, der Euro zumindest bis heute gerettet. Dass das zwischenzeitlich geflügelte Wortkonstrukt und dessen implizite Botschaft, erhebliche Abgründe […]

Kliniken sind keine Festungen

In den deutschen Krankenhäusern versterben ungefähr 50% aller Menschen. Im Herbst wird es die offiziellen Zahlen für 2021 geben. Der Sterbeort Krankenhaus hat adurch die Corona-Pandemie der zurückliegenden Jahre wieder an zusätzlicher Bedeutung gewonnen. Es ist abzusehen, dass sich dies auch in den Zahlenwerten ausdrücken wird. Für die bereits eingetretene (erneute) Auseinandersetzung mit der Corona-Pandemie […]

Neue Gießener Studie 2022 stellt die psycho-sozialen Bedingungen des Sterbens in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in den Fokus

TransMIT-Projektbereich für Versorgungsforschung initiiert erneut umfassende empirische Studie zur aktuellen Betreuungs- und Versorgungslage von Schwerstkranken und Sterbenden Gießen, 25. Mai 2022 – Es ist genau 10 Jahre her, dass das Team um Prof. Wolfgang George, Leiter des TransMIT-Projektbereichs für Versorgungsforschung, 2012 in einer deutschlandweiten Studie die psycho-sozialen und medizinisch-pflegerischen Bedingungen der Betreuung von schwerstkranken und […]

Stand der Dinge

Im zurückliegenden Jahr 2021 verstarben 1.016.899 Menschen in Deutschland. Dies ist eine Zunahme von 3,2 % gegenüber dem Jahr 2020. Eine Steigerung die nicht zuletzt auch auf die pandemische Übersterblichkeit rückzuführen ist. Die Bevölkerung ist mit 83,2 Millionen weitgehend konstant geblieben. Den bestehenden Trend zunehmender stationärer Versorgung fortschreibend, ist davon auszugehen, dass 2021 ca. 50% […]

Was lernen die Schwachen aus dem Lockdown?

von Reimer Gronemeyer Die Schwachen zuerst: Das ist doppeldeutig. Sind die Schwachen die ersten Opfer in Krisen? Oder kommt alles darauf an, die Schwachen zuerst zu schützen, weil sich die Humanität und Überlebensfähigkeit einer Gesellschaft daran misst, wie sie mit ihren Schwachen umgeht? Revolution der Schwachen Die Coronakrise ist ein Trainingslager. Sie bereitet uns auf […]

Geleitete Sterbemeditation: Es ist möglich, sich der eigenen Endlichkeit zu nähern

Eine „geleitete Sterbemeditation“ bildete regelmäßig den Abschluss der Seminarwoche „Betreuung sterbender Patienten“. Dabei wurden die zumeist liegenden und entspannten Teilnehmer/-innen mit ihrer eigenen Endlichkeit konfrontiert. Hierzu wird als Standard der Durchführung eine fiktive, eigene Krankengschichte erzählt, die sich über die verschiedenen Stationen einer unheilbaren Erkrankung entwickelt und zuletzt in dem eigenen Sterben und die Trauer […]